Für die Blue Devils wird es eng

Trainer Markus Berwanger durfte sich über eine starke Mannschaftsleistung gegen Selb freuen, einer bekam allerdings ein Sonderlob: Goalie Philip Lehr. Bild: Tobias Neubert PhotographyJetzt müssen die Blue Devils über sich hinaus wachsen: Der Selber Wolfsbau bleibt auch im zweiten Play-off-Anlauf eine uneinnehmbare Festung. Nur mit einem Heimsieg am Freitag können die Weidener ein fünftes Spiel erzwingen.

(af/gb) Die Blue Devils hatten sich viel vorgenommen, aber am Ende mussten sie dem Gegner zu dessen 5:2 (1:1, 2:1, 2:0)-Sieg gratulieren. „Es war ein emotional und hart geführtes Spiel“, meinte Weidens Trainer Markus Berwanger nach der Schlusssirene und stellte zurecht fest: „Meiner Mannschaft haben die vielen Strafzeiten das Genick gebrochen.“ Berwanger wollte dem „schlechten Schiedsrichter in einem Play-off-Fight“ jedoch nicht die alleinige Schuld geben: „Wir haben uns unnötige und übermotivierte Fouls geleistet.“ In Hinblick auf die Freitag-Partie sagte Berwanger: „Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand.“

Der Selber Trainer Henry Thom lobte dagegen das „sehr gute Powerplay“ seiner Spieler. Von einer Vorentscheidung wollte Thom nichts wissen: „Ich erwarte einen heißen Fight in Weiden.“

Die Selber fühlten sich nach der 4:5-Niederlage am Sonntag in Weiden wohl an der Ehre gepackt. Mit den zuletzt fehlenden Landon Gare (gesperrt) und Kapitän Christopher Schadewaldt (verletzt) an Bord legte der Gastgeber ein Höllentempo vor. Blue-Devils-Keeper Philip Lehr stand sofort im Brennpunkt und bewahrte sein Team vor einem frühen Rückstand. Eine Aktion des Weidener Stürmers Patrick Schmid sorgte für den ersten Aufreger (4.): Dessen Check gegen den Kopf von Gare ahndete der Unparteiische kompromisslos mit fünf Minuten plus Matchstrafe, was eine Sperre für Schmid nach sich ziehen wird. Die Unterzahl überstanden die Oberpfälzer mit Glück und Geschick.

Allerdings holte Selb Versäumtes bei der nächsten Überzahlsituation nach: Kyle Piwowarczyk stand am langen Pfosten goldrichtig und schob die Scheibe zum zu diesem Zeitpunkt hochverdienten 1:0 ein (12.). Von Weiden war bis dahin im Angriff nichts zu sehen. Nur 41 Sekunden nach der Selber Führung wurde jedoch die erste Offensivaktion der Blue Devils mit dem Ausgleich belohnt: Ralf Herbst probierte es in Überzahl von der blauen Linie und der Puck schlug zum 1:1 im Selber Gehäuse ein. Den Rest des Drittels verbrachten beide Mannschaften größtenteils damit, sich mit Nickligkeiten zu bearbeiten, was sich bis Drittelende in etlichen Strafzeiten niederschlug.

Einen Bärendienst erwies Martin Heinisch seiner Mannschaft. Kurz vor Drittelende hatte der Stürmer nach einem Foul eine Strafzeit kassiert. Auf dem Weg in die Kabine beschwerte er sich wohl zu lautstark bei den Schiedsrichtern. Prompt kassierte der Deutsch-Tscheche eine 2-plus-2-Minuten-Strafe. Diese Chance ließen sich die Wölfe nicht entgehen. Ein starkes Powerplay schloss Moosberger zum 2:1 ab (23.). Die Heimmannschaft gab weiter Vollgas gegen ein Weidener Team, das ins Schwimmen geriet. Teufelskerl Lehr im Weidener Gehäuse rettete mehrmals bravourös. Weiden brachte so gut wie keinen Schlittschuh mehr aufs Eis, auch wenn Matt Abercrombie bei einem Konter das 2:2 auf dem Schläger hatte. Fast zwangsläufig kassierten die Blue Devils den dritten Gegentreffer. Torschütze diesmal: Peter Hendrikson (32.), ein Ex-Weidener. Berwanger reagierte und nahm eine Auszeit. Danach beruhigte sich die Partie. Der Favorit nahm den Fuß vom Gaspedal und wurde prompt dafür bestraft. Marko Babic war zur Stelle und hauchte den fast totgeglaubten Gästen mit seinem Treffer zum 2:3 wieder Leben ein (39.).

Weckruf hin oder her: Selb blieb unbeeindruckt, legte zu Beginn des Schlussdrittels wieder eine Schippe drauf. Es stürmte fast nur der Gastgeber, ohne zunächst aber Schaden anzurichten. Dann stellte Herbert Geisberger auf 4:2 (48.) – das vierte Selber Tor in Überzahl und die Vorentscheidung, aber nicht der Endstand. Gare legte noch einen Treffer zum 5:2 nach (54.). Selb jubelt und Weiden muss auf den Heimvorteil im vierten Spiel am Freitag vertrauen.

Quelle: Der Neue Tag