Fünf katastrophale Minuten: Blue Devils verlieren Derby gegen Regensburg mit 4:6

Die Blue Devils verlieren das Oberpfalzderby gegen Regensburg und damit ein vorentscheidendes Match um den siebten Platz in der Oberliga Süd. Fünf katastrophale Minuten Ende des ersten Drittels und eine schwache Torwartleistung bringen die Weidener entscheidend ins Hintertreffen.

“Regensburg hat im ersten Drittel die Chancen genutzt. Nach einem 1:4-Rückstand ist es schwer, ein Spiel noch zu gewinnen”, sagte Devils-Trainer Ken Latta nach der 4:6 (1:4, 1:0, 2:2)-Niederlage im Oberpfalzderby. Der Kanadier lobte seine Mannschaft dennoch, da sie bis zum Schluss nicht aufgegeben habe. “Der Unterschied war heute, dass Regensburg mit Peter Holmgren einen Top-Torwart hatte.” Bei den Blue Devils dagegen hatte Johannes Wiedemann einen rabenschwarzen Tag erwischt, er wurde nach 20 Minuten von Josef Lala abgelöst.

Die bisher in der Meisterrunde sieglosen Regensburger feierten den ersten Sieg unter der Regie des neuen Trainers Igor Pavlov. “Weiden hat gekämpft bis zum geht nicht mehr, aber das Glück war auf unserer Seite”, freute sich der Lette. “Entscheidend war, dass wir frischer in den Beinen waren und unmögliche Sachen geklappt haben, wie zum Beispiel ein Tor in Unterzahl. Aber nach dem 4:1 hätten wir das Spiel eigentlich clever runterspielen müssen.”

Ohne zwei Verteidiger

Die Blue Devils mussten im Derby auf die verletzten Verteidiger Ralf Herbst und Daniel Willaschek verzichten. Auch Barry Noe war angeschlagen, doch er stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Ken Latta stellte um und beorderte Vitali Stähle in die Abwehr, dafür stürmte Philipp Siller an der Seite von Josef Straka und Martin Heinisch. Die beiden Ausfälle auf Weidener Seite sind aber keine Entschuldigung, immerhin spielten die Regensburger aufgrund von Verletzungen fast mit einer halben Junioren-Mannschaft.

Die Blue Devils waren im ersten Drittel nicht die schlechtere Mannschaft, ließen sich aber in der Abwehr immer wieder überlaufen. Da auch Johannes Wiedemann bei drei Gegentoren schlecht aussah, führten die Gäste nach 20 Minuten durch die Tore von Leopold Tausch (7.), Nikola Gajovsky (16.), Peter Flache (18.) und Arnoldas Bosas (20.) mit 4:1. Vitali Stähle hatte im Powerplay das zwischenzeitliche 1:1 erzielt (13.).

Zum zweiten Drittel kam Josef Lala für Johannes Wiedemann. Weiden war jetzt fast ständig im Vorwärtsgang, während Regensburg nur noch selten für Entlastung sorgen konnte. Es reichte aber nur zu einem Treffer durch Tom Pauker (29.). Enttäuschend war ein zweiminütiges Überzahlspiel mit zwei Mann mehr.

Auch im Schlussabschnitt gaben sich die Blue Devils – inzwischen stürmte Stähle wieder in der Straka-Reihe – nicht geschlagen und wollten die Wende erzwingen. Innerhalb von 40 Sekunden fielen dann drei Tore: das 3:4 durch Martin Heinisch (45.), das 3:5 durch den Ex-Weidener Sebastian Wolsch (46.) und das 4:5 erneut durch Heinisch (46.). Mehr als auf ein Tor kamen die Weidener aber nicht mehr heran. Ausgerechnet in Überzahl mussten sie den K.-o.-Schlag hinnehmen, als Franz Mangold ein Break zum 6:4-Endstand abschloss (52.).

Sonntag in Deggendorf

“Es ist schwer, die Mannschaft nach so einer Niederlage wieder aufzurichten. Heute war alles möglich, auch nach dem 1:4”, sagte Ken Latta. Das Ziel bleibe der siebte Platz, wobei die Weidener jetzt fünf Punkte auf Regensburg aufholen müssen. Am Sonntag um 18.30 Uhr treten die Blue Devils beim Tabellenzweiten Deggendorfer SC an.

Blue Devils Weiden: Wiedemann (ab 21. Lala) – Schusser, Hendrikson, Noe, Stähle, Heider, Schreyer – Heinisch, Straka, Siller, Waldowsky, Abercrombie, Pauker, Pronath, Kirchberger, Zellner
EV Regensburg: Holmgren – Wolsch, Schmitt, Birner, P. Gulda, Stellmann, Flache, Fichtl, Vogel – Reisnecker, Tausch, Kronawitter, Sauer, Kroschinski, Mangold, Heger, Gajovsky, Stöhr, Schwarz, Bosas, Baier

Tore: 0:1 (7.) Tausch (Wolsch, Mangold), 1:1 (13.) Stähle (Heinisch, Straka), 1:2 (16.) Gajovsky (Fichtl, P. Gulda), 1:3 (18.) Flache (Wolsch, Tausch), 1:4 (20.) Bosas (Kronawitter, Gajovsky), 2:4 (29.) Pauker (Abercrombie, Waldowsky), 3:4 (45.) Heinisch (Stähle, Straka), 3:5 (46.) Wolsch, 4:5 (46.) Heinisch (Straka), 4:6 (52.) Mangold (Wolsch, Baier) – Schiedsrichter: Nöller – Zuschauer: 1711 – Strafminuten: Weiden 10, Regensburg 14

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 03.02.18.