Das Aus nach großem Kampf – Blue Devils müssen sich Selb 3:4 geschlagen geben

Das entscheidende fünfte Match ist greifbar nahe. 2:0 und 3:2 führen die Blue Devils, doch am Ende jubeln die Selber Wölfe. Mit zwei Doppelschlägen macht der Favorit den Einzug ins bundesweite Play-off- Viertelfinale perfekt.
Sensationelle Stimmung in der ausverkauften Hans-Schröpf-Arena: Die Blue Devils und der VER Selb lieferten sich auch im vierten Match der „Best-of-5-„Serie einen packenden Play-off-Fight. „Es war eine hart umkämpfte Serie. Wir haben Paroli geboten, aber letztlich hat sich die größere Klasse der Selber durchgesetzt“, sagte Devils-Trainer Markus Berwanger nach der 3:4 (2:0, 0:2, 1:2)-Niederlage am Freitag. „Heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen.“

Für Berwanger war der Knackpunkt die zwei dummen Fouls Ende des zweiten Drittels, die Selb innerhalb von drei Minuten zum 2:2 nutzte: „Selb hat im Powerplay einfach die individuelle Klasse, dass es Tore machen kann.“ Für sein Team hatte Berwanger trotz des Ausscheidens ein Sonderlob parat: „Das war unsere beste Leistung in der Serie und eine der drei besten in dieser Saison.“ Der Selber Coach Henry Thom war einfach nur „glücklich, dass es vorbei ist“.

Vor Spielbeginn gab es eine gute Nachricht für die Blue Devils. Der DEB hatte den Protest gegen die Matchstrafe von Patrick Schmid in der Partie am Dienstag schnell verhandelt. Schmid bekam zwei Spiele Sperre, davon eins auf Bewährung, Das heißt, der Stürmer wäre in einem möglichen fünften Spiel am Sonntag in Selb spielberechtigten gewesen.

Die Blue Devils erwischten in einer Partie, in der wegen der Bedeutung beide Teams vorsichtig und nervös agierten, einen Start nach Maß. Ales Jirik lief auf der linken Seite ins Selber Abwehrdrittel und seine Hereingabe prallte vom Schoner von Goalie Sebastian Stefaniszin über die Linie (4. Minute). Selb war geschockt, fand lange kein Mittel gegen die defensiv sehr gut organisierten Weidener. Und die legten in Überzahl das 2:0 nach: Matt Abercrombie ließ einen Selber aussteigen und schoss ein (17.).

Im zweiten Abschnitt kontrollierten die Gastgeber lange Zeit clever das Geschehen. Selb hatte zwar mehr Scheibenbesitz, aber keine großen Möglichkeiten. Bis sich Thomas Schreier kurz hintereinander zwei dumme Fouls leistete. Die beiden Überzahlspiele nutzte der Favorit durch Tore von Kyle Piwowarczyk (35.) und Peter Hendrikson (38.) zum 2:2. In der Pause zog Berwanger die Konsequenzen und brachte Lukas Zellner für Thomas Schreier.

Im Schlussabschnitt gingen die Blue Devils durch Marcel Waldowsky (45.) noch einmal in Führung. Doch nun gewann Selb mit seiner Qualität die Oberhand, der bärenstarke Philip Lehr im Devils-Kasten rückte immer mehr in den Mittelpunkt. Lehr hielt, was zu halten war – gegen die Tore von Michael Dorr (53.) und Jared Mudryk (54.) war er machtlos. Die Devils versuchten in der Schlussphase alles und Berwanger nahm seinen Torwart vom Eis. 15 Sekunden vor dem Ende verhinderte der Pfosten das 4:4 und damit die Verlängerung.

Damit findet das bundesweite Viertelfinale ohne Oberpfälzer Beteiligung statt. Während das Aus der Blue Devils gegen den hohen Favoriten VER Selb nicht überraschend kam, ist das Scheitern des EV Regensburg gegen den ERC Sonthofen schon eine Sensation. Die Truppe von Doug Irwin kassierte am Freitag im Allgäu mit 2:3 die dritte Niederlage. Auch der EC Peiting (6:3 in Deggendorf) steht unter den letzten Acht. Zuvor hatten sich schon die Tölzer Löwen (3:0-Siege gegen den EV Landshut) qualifiziert.

Quelle: Der Neue Tag, Rudi Gebert