Blue Devils stürzen den Spitzenreiter: Weiden besiegt die Starbulls Rosenheim

Die Handschrift von Ken Latta macht sich immer mehr bemerkbar. Mit einer großartigen kämpferischen Leistung zwingen die Blue Devils am Freitag Spitzenreiter Starbulls Rosenheim in die Knie. Im Rennen um Platz sieben bleibt es aber beim Vier-Punkte-Rückstand auf den EV Regensburg.

Fünf Tage nach dem unglücklichen 3:4 gegen Deggendorf unterstrichen die Blue Devils, dass sie unter der Regie von Trainer Ken Latta immer konkurrenzfähiger werden. “Wir waren heute 60 Minuten bereit”, sagte der Kanadier nach dem 7:5 (3:1, 0:0, 4:4)-Erfolg gegen die Starbulls Rosenheim. Der DEL2-Absteiger verlor durch die Niederlage auch die Tabellenführung an den Deggendorfer SC, der das Niederbayernderby in Landshut 3:1 gewann.

“Weiden hat verdient gewonnen, für uns war es die unnötigste Niederlage der Saison”, erklärte der Rosenheim Coach Manuel Kofler und lieferte gleich die Begründung: “Wenn man nicht bereit ist, 60 Minuten lang alles zu geben, verliert man Spiele. In den ersten zehn Minuten waren wir faktisch nicht anwesend. Die weiteren 50 Minuten haben wir ein gutes Spiel gemacht, aber trotz vieler Großchancen zu wenig Tore geschossen.”

Mit Tom Pauker, aber weiterhin ohne Kapitän Ralf Herbst gingen die Blue Devils ins Match gegen den Spitzenreiter. Ken Latta setzte im ersten Drittel die Nachwuchsspieler Paul Lindmeier und Florian Lehner ein und agierte mit vier Sturmreihen. Matt Abercrombie schob als Center Sonderschichten. “Sie haben insgesamt gut gespielt”, lobte er die Youngster.

Die Weidener erwischten einen Blitzstart mit zwei Toren in der 2. Minute. Innerhalb von 23 Sekunden trafen Marcel Waldowsky und Lukas Zellner ins Schwarze. Nach dem 3:0 (9.) durch Martin Heinisch nahm der Gästetrainer eine Auszeit, um seine Cracks wachzurütteln. Mit Erfolg, denn 14 Sekunden später erzielte Maximilian Vollmayer den Anschlusstreffer (9.).

“Rosenheim hat es uns nur am Anfang etwas leichter gemacht. Der Schlüssel zum Sieg war das zweite Drittel, in dem wir trotz des großen Drucks der Rosenheimer zu Null gespielt haben. Da haben wir gesehen, dass wir heute eine Chance haben, zu gewinnen”, freute sich Latta über die verbesserte Defensivarbeit. Abgesehen von einigen gefährlichen Kontern, waren die Gäste in den zweiten 20 Minuten klar tonangebend. Mit großem Kampf, einer Portion Glück und einem guten Johannes Wiedemann zwischen den Pfosten hielten die Blue Devils den Vorsprung.

Als Matt Abercrombie in der 42. Minute das 4:1 erzielte, schienen die Blue Devils klar auf der Siegerstraße. Doch Rosenheim gab weiter Gas und kam durch Michael Fröhlich (42.) und Christoph Echtler (44.) auf 3:4 heran. Aber Weiden war an diesem Abend effektiv in der Chancenverwertung. Petr Heider (48.) und Vitali Stähle (52./Überzahl) stellten wieder den Drei-Tore-Vorsprung her. In der Schlussphase riskierte Gästecoach Kofler alles und nahm drei Mal seinen Keeper vom Eis – erstmals schon viereinhalb Minuten vor dem Ende. Jeweils mit sechs gegen fünf Mann verkürzten Vitezslav Bilek (56.) und Tobias Draxinger (57.) auf 5:6. Beim dritten Mal ging der Schuss nach hinten los: Vitali Stähle (60.) machte 36 Sekunden vor Schluss mit seinem “empty-net-goal” alles klar.

Am Sonntag in Sonthofen

“Der Sieg war ganz wichtig, leider hat auch Regensburg gewonnen”, bedauerte Ken Latta, dass es beim Vier-Punkte-Rückstand bleibt. Die Eisbären bezwangen Peiting ebenfalls mit 7:5. Am Sonntag um 18 Uhr treten die Blue Devils beim Tabellensechsten ERC Sonthofen an.

Blue Devils Weiden: Wiedemann – Willaschek, Schusser, Hendrikson, Noe, Heider, Schreyer – Siller, Straka, Heinisch, Waldowsky, Abercrombie, Stähle, Zellner, Kirchberger, Pronath, Pauker, Lindmeier, Lehner

Starbulls Rosenheim: Böhm – Rohner, Krumpe, Vollmayer, Draxinger, Neumann, Bergmann – Baindl, Bilek, Zick, Nowak, Wenzel, Daxlberger, Heidenreich, Witala, Gottwald, Echtler, Fröhlich, Bucheli

Tore: 1:0 (2.) Waldowsky (Abercrombie, Stähle), 2:0 (2.) Zellner (Kirchberger, Pronath), 3:0 (9.) Heinisch (Schusser, Straka), 3:1 (9.) Vollmayer (Draxinger), 4:1 (42.) Abercrombie (Waldowsky, Straka), 4:2 (42.) Fröhlich (Bilek, Witala), 4:3 (44.) Echtler (Zick, Bergmann), 5:3 (48.) Heider (Kirchberger, Zellner), 6:3 (52.) Stähle (Heinisch, Schusser), 6:4 (56.) Bilek (Baindl, Rohner), 6:5 (57.) Draxinger (Baindl), 7:5 (60.) Stähle (Heinisch, Straka)

Schiedsrichter: Ruhnau – Zuschauer: 829 – Strafminuten: Weiden 6, Rosenheim 4

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 17.02.18.