Blue Devils schlagen zurück

Die Blue Devils reißen ein dramatisches Match noch aus dem Feuer und gleichen die „Best-of-five“-Serie in der ersten Play-off-Runde gegen die Selber Wölfe aus. Der Weidener Kapitän Ales Jirik lässt die Devils-Fans in der Verlängerung jubeln.

Das Match in der mit knapp 2400 Zuschauern fast ausverkauften Hans-Schröpf-Arena nahm einen Verlauf wie am Freitag – nur mit umgekehrtem Ausgang. Zwei Tage zuvor führten die Blue Devils Mitte des Spiels mit 3:1, brachen dann ein und verloren mit 3:5. Am Sonntag lagen die Selber Wölfe nach 40 Minuten bei einer 3:1-Führung auf Siegkurs, doch die Weidener schlugen zurück und siegten in der Verlängerung mit 5:4 (1:1, 0:2, 3:1, 1:0). Für die Entscheidung sorgte Kapitän Ales Jirik nach 60 Sekunden der „Overtime“ in doppelter Überzahl.

„Es war eine Play-off-Schlacht. Im ersten Drittel waren wir besser, da war das 1:1 schmeichelhaft für Selb. Nach dem 1:3 war es eine Frage der Kraft, da haben nicht mehr viele an uns geglaubt. Moralisch ist die Mannschaft top, das hat sie nach dem erneuten Rückschlag zum 3:4 gezeigt. Wir wollen weiterkommen, dafür müssen wir einmal in Selb gewinnen, am besten gleich am Dienstag“, sagte Devils-Coach Markus Berwanger. Sein Selber Kollege Henry Thom sah Weiden als „verdienten Sieger. Nach dem 4:3 hätten wir den Sack zumachen müssen und nicht sofort das 4:4 kassieren dürfen.“

Von Beginn an entwickelte sich ein packender Play-off-Fight. Die Blue Devils hatten im ersten Drittel Vorteile und gingen durch Matt Abercrombie (7. Minute) in Führung. Weitere Chancen ließen die Weidener ungenutzt. Auf der Gegenseite ließ Kyle Piwowarczyk, der Spieler des Jahres in der Oberliga Süd, sein Können aufblitzen – und es stand 1:1 (13.). Im zweiten Abschnitt waren die Wölfe obenauf und zogen durch Tore von Herbert Geisberger (30.) und Michael Dorr (40.) auf 3:1 davon. Beim dritten Gegentreffer reklamierten die Gastgeber ein Foul an Daniel Sevo, doch der Referee ließ weiterlaufen.

Die Blue Devils steckten nicht auf und nach Patricks Schmids 2:3 (45.) war das Match wieder offen. In den letzten fünf Minuten überschlugen sich dann die Ereignisse: 3:3 durch Matt Abercrombie (55.), 38 Sekunden später das 3:4 durch Dominik Kolb (55.) und wieder nur 26 Sekunden danach das 4:4 durch Patrick Schmid (56.). In der 58. Minute lag die Scheibe erneut im Selber Kasten, doch der Unparteiische entschied auf Stockschlag von Patrik Schmid. „Die Verlängerung hätte es nicht gebraucht, wenn dieses reguläre Tor gegeben worden wäre. In der DEL hätte das keiner abgepfiffen“, schimpfte Berwanger, der dann noch mit ansehen musste, wie Matt Abercrombie kurz vor der Schlusssirene alleine auf den Selber Goalie Sebastian Stefaniszin zusteuerte und scheiterte.

Die Blue Devils gingen in Überzahl in die „Overtime“. Nach vier Sekunden leistete sich Nikolaus Meier einen Fauxpas (Thom: „Das war eine Dummheit“) und schlug den Puck über die Bande. Das bedeutete über eine Minute doppelte Überzahl für die Oberpfälzer, die Kapitän Ales Jirik zur Entscheidung nutzte.
Am Dienstag in Selb

Durch den Sieg gegen den Favoriten haben die Blue Devils auf jeden Fall ein zweites Heimspiel am Freitag, 17. März, um 20 Uhr erzwungen. Zunächst steigt aber am Dienstag, 14. März (19.30 Uhr), Match drei in Selb. Ein mögliches fünftes Spiel wäre am Sonntag, 19. März, wieder bei den Oberfranken.

Quelle: Der Neue Tag, Rudi Gebert