4:6 in Selb: Blue Devils machen’s nur spannend

Zum Ende des zweiten Drittels lehnten sich alle schon zurück: Die Selber, weil sie nach zwei Derby-Pleiten endlich mal wieder locker zu siegen schienen. Die Weidener, weil sie schon 1:5 hinten lagen. Doch dann wurde es noch richtig heiß in Oberfranken… 

Selb. Die Wölfe bissen zwar zurück, aber die Devils waren im letzten Drittel noch einmal teuflisch gut: Die ersten beiden Derbys hatten die Blue Devils aus Weiden in dieser Spielzeit gegen die Selber jeweils mit 4:3 gewonnen. Am Sonntagabend verloren die Oberpfälzer in Oberfranken mit 4:6 (0:2, 1:3, 3:1), nachdem eigentlich schon nach dem zweiten Abschnitt alles entschieden war. „Wir haben es am Ende leider nur spannend gemacht“, sagte Trainer Milan Mazanec nach den doch noch aufreibenden 60 Minuten. „Wir hatten die Chancen, um noch etwas zu holen.“ Kurz vor Schluss scheiterten die Gäste am Pfosten. Der tschechische Coach bemängelte auch, dass derzeit die Konstanz im Team fehle: Zu viele individuelle Fehler würden die Mannschaft immer wieder zurückwerfen. Mazanec hatte in Selb mit vier Sturmreihen begonnen. Erst als er auf drei umstellte, kam seine Truppe richtig in Schwung. Vielleicht hätte eine frühere Umstellung die Mannschaft noch eher gepuscht? „Das sehe ich nicht so“, sagte Mazanec. Insgesamt sei sein Team sehr aktiv gewesen, habe Chancen gehabt. Einer der Gründe für die letzten Niederlagen sei auch, „dass wir gegen starke Mannschaften gespielt haben“.

Die ersten zehn Minuten verliefen ohne große Aufreger: Die Selber machten das Spiel, die Gäste-Defensive stand aber gut und ließ nicht viel zu. Knackpunkt in diesem Abschnitt war das erste Überzahlspiel der Gastgeber: Dominik Müller nutzte dies zum 1:0. Als die Weidener kurze Zeit später erneut in Unterzahl waren, bot sich ihnen aber die hundertprozentige Chance zum Ausgleich, doch Marcel Waldowsky versagten die Nerven. Wie es geht, zeigte David Hördler 37 Sekunden vor Drittelende mit dem 2:0. Kurz nach Wiederbeginn hatte Matt Abercrombie die große Chance zum Anschlusstreffer, doch er scheiterte an Wölfe-Goalie Niklas Deske. Ein Problem der Gäste an diesem Abend war nicht nur die Chancenverwertung, sondern auch das schlechte Powerplay. Die Weidener versprühten bei ihrem ersten Überzahlspiel nicht annähernd Gefahr. Nur eine Minute später stellte erneut David Hördler für die Selber auf 3:0 (25.). Die Partie schien vorentschieden, doch Vitali Stähle weckte mit seinem 1:3 (34.) noch einmal die Weidener Lebensgeister. Aber nur knapp vier Minuten tobten die sich ein bisschen auf dem Eis aus, ehe Jared Mudryk und Achim Moosberger kurz vor Ende des zweiten Abschnitts mit ihren Toren wieder für scheinbar klare Verhältnisse in der Arena sorgten.

Auch zu Beginn des dritten Drittels deutete nichts darauf hin, dass an diesem Abend nochmal Spannung aufkommen könnte. Mazanec hatte Josef Lala für Johannes Wiedemann ins Tor gestellt und ließ fortan mit drei Reihen stürmen. Als dann aber Matt Abercrombie mit zwei Treffern und Josef Straka die Weidener zwischen der 49. und 54. Minute auf 4:5 heranschossen, war plötzlich wieder Derbystimmung da. Die Weidener probierten alles, um ihre fulminante Aufholjagd noch zu krönen. Erst ein „empty-net-goal“ eine Minute vor dem Ende von Achim Moosberger sicherte den Selbern die Punkte.

Am Freitag (20 Uhr) empfangen die Weidener Rosenheim, am Sonntag (18 Uhr) geht es zum EV Lindau.

VER Selb: Deske – Silbermann, Ondruschka, Kolb, Kremer, Böhringer, Müller, Pozivil – Piwowarczyk, Mudryk, Geisberger, Hördler, Moosberger, McDonald, Schiener, Gare, Neumann

Blue Devils Weiden: Wiedemann (ab 41. Lala) – Herbst, Noe, Willaschek, Hendrikson, Heider, Schusser – Pauker, Abercrombie, Stähle, Waldowsky, Straka, Heinisch, Siller, Pronath, Rypar, Schreyer, Kirchberger, Zellner

Tore: 1:0 (15.) Müller (Ondruschka, Mudryk), 2:0 (20.) Hördler (Kremer, Schiener), 3:0 (25.) Hördler (Müller, Neumann), 3:1 (34.) Stähle (Abercrombie, Herbst), 4:1 (39.) Mudryk (Moosberger, Müller), 5:1 (40.) Moosberger (Gare, Kolb), 5:2 (49.) Abercrombie, 5:3 (53.) Abercrombie (Herbst, Stähle), 5:4 (54.) Straka (Waldowsky, Willaschek), 6:4 (59.) Moosberger (Deske, Pozivil)

SR: Westhaus – Zuschauer: 1991 – Strafminuten: Selb 10, Weiden 8

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 27.11.17.