4:3 gegen Sonthofen: Ausgerechnet „Waldi“ der gefeierte Held

Solche Geschichten schreibt nur der Sport: Im ersten Heimspiel nach seiner Wutrede wird Marcel Waldowsky von den Fans vor dem Match gefeiert – und nachher noch mehr! Denn ausgerechnet „Waldi“ markiert das Siegtor. 

Mit seinem Treffer in der 57. Minute avancierte Marcel Waldowsky zum „Held des Abends“ und bescherte zugleich dem neuen Trainer Ken Latta ein erfolgreiches Heimdebüt. „Durch die Bank ein großes Lob. Jeder hat seine Rolle gut gespielt. Die Mannschaft war heute ein Team und hat verdient gewonnen“, freute sich der Kanadier, der am Donnerstag Milan Mazanec abgelöst hatte, nach dem 4:3 (1:1, 1:1, 2:1)-Erfolg gegen den ERC Sonthofen. „Am Ende war es ein heißer Tanz auf der Rasierklinge. Weiden hat geduldig gespielt und verdient gewonnen“, sagte Gästetrainer Heiko Vogler.

Eine Woche nach seinem Interview bei Oberpfalz TV stand natürlich Marcel Waldowsky im Fokus. Dem Stürmer merkte man den enormen Druck deutlich an. Er war zwar engagiert wie immer, gelingen wollte ihm am Sonntag aber nicht viel. Erst drei Minuten vor dem Ende schlüpfte ausgerechnet „Waldi“ in die Rolle des Matchwinners. In Überzahl fälschte er einen Distanzschuss von Adam Schusser zur Entscheidung ab. Es war das einzige Powerplay der Weidener an diesem Abend und auch deshalb freute sich Ken Latta ganz besonders: „Zwei Mal 100 Prozent. In Rosenheim ein Powerplay, ein Tor. Und heute wieder.“ Diese Quote gilt am Wochenende übrigens auch für das im bisherigen Saisonverlauf schwache Unterzahlspiel. In beiden Partien blieben die Blue Devils in numerischer Unterlegenheit ohne Gegentreffer.

Die Blue Devils gingen schon nach 39 Sekunden durch Vitali Stähle in Führung. Danach hatte Sonthofen spielerische Vorteile, welche Lattas Team durch Einsatz wettmachte. Dennoch wendeten Kyle Just (6.) und Chris Stanley (30.) mit ihren Treffern das Blatt. Mit einem schönen Tor gelang Josef Straka (39.) der wichtige Ausgleich. Im Schlussabschnitt legten die Allgäuer durch Fabian Voit (51.) erneut vor, doch nachdem Matt Abercrombie (54.) sein Solo zum 3:3 abgeschlossen hatte, neigte sich das Pendel auf die Weidener Seite – mit dem Happy End durch das Siegtor von Marcel Waldowsky (57.).

Freitag gegen Landshut

Durch den Sieg und der gleichzeitigen Niederlage des Tabellensiebten EV Regensburg (4:6 gegen Deggendorf) liegen die Blue Devils nur zwei Punkte hinter dem Oberpfälzer Rivalen. Am Freitag um 20 Uhr gastiert der EV Landshut in der Hans-Schröpf-Arena und am Sonntag (18 Uhr) treten die Weidener zum Derby bei den Selber Wölfen an.

Blue Devils Weiden: Wiedemann – Herbst, Noe, Hendrikson, Schusser, Heider, Schreyer – Heinisch, Straka, Stähle, Waldowsky, Abercrombie, Pauker, Pronath, Kirchberger, Zellner
ERC Sonthofen: Glatzel – Rau, Messing, Nijenhuis, Malzer, Morgan, Wodd, Botzenhardt, Kames – Sternheimer, Noack, Rinke, C. Wittmann, R. Wittmann, Just, Stanley, Voit, Guth, Sill, Lucas

Tore: 1:0 (1.) Stähle (Straka, Heinisch), 1:1 (6.) Just (Sill, Sternheimer), 1:2 (30.) Stanley (Rinke, Guth), 2:2 (39.) Straka (Heinisch, Noe), 2:3 (51.) Voit (Noack, Morgan), 3:3 (54.) Abercrombie (Pauker, Waldowsky), 4:3 (57.) Waldowsky (Schusser, Abercrombie)

Schiedsrichter: Gossmann – Zuschauer: 989 – Strafminuten: Weiden 10 + 10 für Herbst, Sonthofen 4

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 22.01.2018.